Weil du bei mir bist

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Summary

Nach einem tragischen Autounfall kehrt Jonas Hellberg aus der Reha zurück – körperlich eingeschränkt, innerlich zerrissen. Sein altes Leben scheint unerreichbar, sein Stolz schwerer verletzt als sein Körper. Lena Holtmann, seine Jugendliebe, nimmt ihn in ihrer Wohnung auf, obwohl sie sich einst im Schmerz voneinander getrennt haben. Zwischen Alltag, alten Wunden und unausgesprochenen Gefühlen beginnt ein langsames, oft holpriges Wiederannähern. Jonas kämpft mit seiner neuen Realität, Lena mit der Angst, sich wieder zu verlieren. Beide tragen Ballast – Erinnerungen, Schuld, Erwartungen. Doch in den leisen Momenten zwischen Sarkasmus und Nähe, zwischen Rückzug und Offenheit, entsteht etwas Neues. „Weil du bei mir bist“ ist eine Geschichte über körperliche und seelische Heilung, über Stolz, Versöhnung und den Mut, sich einem Menschen neu zu öffnen – und über eine Liebe, die nie ganz verschwunden war.

Status
Complete
Chapters
16
Rating
5.0 4 reviews
Age Rating
13+

Juli 2017

Die Landstraße zog sich endlos durch den Morgen, eingerahmt von hohen Bäumen, deren Kronen den frühen Sonnenschein nur in flackernden Streifen auf den Asphalt fallen ließen. Ein fahler Nebel hing über den Feldern, die sich links und rechts der Straße ausbreiteten, und kündigte an, dass der Tag heiß werden würde. Der dunkle Audi Q5 glitt ruhig dahin, das Fenster auf der Fahrerseite ein Stück geöffnet. Warme Luft strich durch den Innenraum und brachte den Duft von Heu und Sommer mit sich.

Jonas Hellberg saß am Steuer, eine Hand locker am Lenkrad, den Blick geradeaus gerichtet. Doch er sah die Straße kaum. Seine Gedanken kreisten um Selina. Um ihre Trennung. Um die Worte, die sie ihm an den Kopf gewor­fen hatte. Und wie so oft in den letzten Tagen, schob sich ein anderes Bild in den Vordergrund. Eines, das er lange versucht hatte zu verdrängen. Lena. Ihre Augen. Ihr Lachen. Das, was sie einmal gewesen waren. Und was sie hätten sein können.

Auf dem Beifahrersitz hatte Ralf Hellberg die Augen geschlossen und döste vor sich hin. Nach unzähligen Dienstreisen und Stunden am Steuer genoss er es, gefahren zu werden. Jonas hatte sich angeboten, die Fahrt zu über­nehmen. Nicht nur, um seinen Vater zu entlasten, sondern weil er gehofft hatte, den Kopf freizukriegen. Eine Strecke wie geschaffen zum Nachdenken. Kilometer für Kilometer Stille.

Auf der Rückbank saßen seine Mutter und seine sechzehn­jährige Schwester, die längst ihren eigenen Weg ging, sich den Familienurlaub an der Müritz aber dennoch nicht nehmen ließ. Während Susanne still aus dem Fenster blickte, döste Linnea mit geschlossenen Augen dem Ziel entgegen. Die Fahrt in ihr Ferienhaus nach Rechlin war zur jährlichen Tradition geworden. Zwei Wochen weit weg vom Alltag. Diesmal war Jonas spontan mitgefahren, weil er nicht wusste, wohin sonst.

Es war ein Tag wie jeder andere, als ein winziger Moment der Unachtsamkeit dafür sorgte, dass sich sein Leben für immer veränderte.

„Jonas! Jonas, pass auf!“ Die Stimme seiner Mutter, schrill vor Panik, riss ihn zurück in die Gegenwart.

Ein silberner Porsche kam ihm mit überhöhter Geschwin­digkeit auf seiner Spur entgegen, während er einen Kleintransporter überholte. Reflexartig riss Jonas das Lenkrad herum. Die Reifen quietschten, der Wagen geriet ins Schleudern, rutschte von der Straße, kippte und über­schlug sich. Einmal. Zweimal. Dreimal. Ein Donnern, Splittern, metallisches Kreischen verformten Stahls.

Dann war es still. Still, bis auf das leise Knistern von Kühl­wasser, das auf den heißen Motorblock traf und das Geräusch der sich immer noch drehenden Räder.

Der Wagen lag auf dem Dach, eingeklemmt zwischen Böschung und Wildwuchs. Glassplitter glitzerten im Gras, ein Rad drehte sich noch ein letztes Mal und blieb dann stehen.

Jonas öffnete mühsam die Augen. Blut brannte in seinen Augenwinkeln, vermischte sich mit dem Schweiß auf seiner Stirn. Der Sicherheitsgurt schnitt in seine Schulter, sein Brustkorb hob und senkte sich unregelmäßig. Ein stechender Schmerz durchzog seinen Bauch, als hätte sich etwas in seinem Innern verhakt.

Er wandte den Kopf zu seinem Vater, der eben noch schnar­chend an der Fensterscheibe gelehnt hatte. Er rührte sich nicht. Von hinten erreichte ihn ein kaum hörbares Stöhnen. Vielleicht bildete er sich das aber auch nur ein. Jonas ver­suchte, etwas zu sagen, doch seine Stimme gehorchte ihm nicht mehr.

Das Licht flackerte vor seinen Augen. Und dann wurde alles schwarz …

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