Nachwuchs?

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Summary

In einer Welt voller fantastischer Wesen haben sich zwei Geschöpfe niedergelassen. Ein Engel und ein Dämon haben gelernt, sich zu lieben, und besiedeln ein kleines Haus in einem friedlichen Wald zusammen. Doch ihr nächster Besucher wird ein neues Zeitalter einläuten. Der Dämon Xenio Achmaras und der Engel Cido Hiwatari lieben einandern. Als sie Korger besiegten, beschlossen sie sich, der Welt den Rücken zu zukehren. Doch als sich der Kinderwunsch des Engels erfüllt, entbrennt ein neuer Kampf ums Überleben. Voller Flüche und neuen Gegner, die nur eines wollen: Den Jungen namens Daisuki.

Status
Ongoing
Chapters
91
Rating
n/a
Age Rating
16+
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Kapitel 1 – Ein unerwarteter Gast

Der Kampf mit Korger ist nun schon drei Jahre her. Xenio und Cido haben sich eine kleine Hütte in einem friedlichen Wald, der ein Gebirge umschloss, erbaut. Die Welt war ihnen egal und sie lebten ungestört in dieser kleinen Idylle, die nur der freche Eichhörnchenmensch Shubi und der Phönix Xendo kannten und störten.

Keiner verlor dabei einen Gedanken an die Möglichkeit, zurück in die Zivilisation zu gehen. Sie genossen nur diese gemeinsame Zeit. Xendo selbst hatte sich in dem großen Gebirge niedergelassen und ein Weibchen gefunden, doch wenn sein Herr ihn rief, dann kam er.

Ihre Flügel traten nicht mehr ans Licht. Xenio ignorierte, was sie waren und auch für Cido war das Leben als normaler Mensch angenehmer. Er wollte sich nicht Gedanken machen, ob all das, was sie waren oder eben nicht irgendeine Bedeutung hatte.

All seine Waffen, bis auf den Dolch, verteilte Xenio auf der Welt, als Zeichen für den Frieden, den er mit Cido zusammen genießen wollte. Die kleine Klinge besaß er nur noch, um sich gegen wilde Tiere oder andere Störenfriede zu verteidigen.

Shubi selbst trieb sich meistens im Wald herum. Er kam hin und wieder vorbei und verbrachte vor allem den Winter immer bei seinen Freunden. Niemand suchte nach ihnen und keiner kam ihrem kleinen Paradies näher. Sie hatten die Welt und die Welt hatte sie vergessen.

Zumindest hatten sie das immer gehofft. Bis zu dem Tag, als sich der Schleier lüftete und man sie zurück zerrte. Zurück in die Wirklichkeit.


Heller Rauch stieg aus dem Kamin der kleinen Hütte empor, die sich auf einer kleinen Waldlichtung befand. Das Zwitschern der Vögel und das Plätschern eines kleinen Baches erfüllten die Stille. Einen süßlichen Duft verströmten die bunten Blumen, die präzise in vielen kleinen Beeten arrangiert waren.

„Was hast du gesagt?!“ Panisch stoben Vögel kreischend empor, doch der Schrei galt nicht ihnen. Der Angesprochene reagierte unbeeindruckt und mit gelassener Stimme auf den Zorn des anderen. „Es ist ja nicht für immer. Nur solange bis er auf eigenen Beinen stehen kann.“

Xenio und Cido standen sich in einem rustikal eingerichteten Wohnzimmer gegenüber. Die Zeit war an Xenio nicht spurlos vorübergegangen. Seine Schultern sind breiter geworden und er ist noch ein Stück gewachsen. Die blonden Haare trug er immer noch kurz und der schwarze Anzug umschmeichelte seinen gestählten Körper.

Cido selbst trug sein braunes, hüftlanges Haar in einem Pferdeschwanz und über seiner gewohnten Kleidung eine Schürze. Er wich keinen Schritt zurück, obwohl die Muskeln seines Gegenübers bedrohlich zuckten.

Immer wieder huschten die eisblauen Augen zu dem kleinen Anhang an Cidos Bein und die Spannung wich langsam aus seinen Körper. Es war ja nur ein Kind, ein kleiner Junge, mehr nicht.

„Wo hast du ihn noch gleich gefunden?“ Xenio strich sich resignierend über das Gesicht und dann über den Nacken. Er verlagerte sein Gewicht von einem Bein auf das andere und der Zorn verflüchtigte sich mit jedem Herzschlag, den er in diese warmen, grünen Augen sah, ein Stück mehr.

„Er stand in unserem Garten und hat mir bei der Arbeit zugesehen.“ Cido streichelte dem Jungen sanft über den Kopf und lächelte erfüllt. Es kehrte ein Glitzern in die grünen Augen, das Xenio nicht ignorieren konnte. Dieses Glück und die Freude hatte er noch nie bei dem anderen gesehen. Ein Stich durchzog ihn bei dieser Erkenntnis, doch er schluckte den Schmerz trocken herunter.

Er sah auf den kleinen Jungen, der nur in einer Latzhose mit einem Teddyaufnäher steckte. Dessen braune Augen flackerten unruhig und er wich Xenios Blick immer wieder aus, dabei fielen ihm die vorderen schwarzen Strähnen ins Gesicht. Der Rest der Haarpracht war blond, wie das Haar von Xenio.

„Cido? Wie stellst du dir das Ganze eigentlich vor? Das Haus hat gerade mal so viele Zimmer, wie nötig. Nachwuchs war nie geplant.“ Ein letzter Versuch, sein Gegenüber noch zur Vernunft zu bringen, doch das missbilligende Zucken der dünnen Lippen prophezeiten ihm schon die nächsten Worte. „Wir müssen doch nur anbauen und bis dahin kann er ja bei uns im Bett schlafen.“

„Da hast du leicht reden. Die Arbeit bleibt ja nicht an dir hängen, sondern an mir.“ Ein Schnauben untermalte Xenios Aussage und immer wieder sah er zwischen Cido und dem Jungen hin und her. Er wollte dieses Kind nicht hier haben und vor allem nicht in ihrem Bett, dem einzigen Ort, an dem Cido nur ihm gehörte und sie niemand störte.

Cidos nächste Worte konnte Xenio nicht glauben, doch der Engel sprach sie tatsächlich aus und vertiefte damit seine Verzweiflung: „Der Kleine hier wird dir bestimmt helfen. Du weißt, dass ich viel zu tun habe.“

Manchmal war sich Xenio da nicht so sicher, ob er wusste, was sein Geliebter den lieben langen Tag tat, wenn er auf der Jagd oder beim Holzsammeln war. Doch er wollte darüber auch nicht streiten. Cido hatte diesen Ort heimlich gemacht und dafür war ihm der Kämpfer dankbar.

„Hat er überhaupt einen Namen?“ Xenio verschränkte seine Arme vor der Brust und musterte den Kleinen eindringlich. Der Junge versteckte sich hinter Cidos Bein und sah verängstigt dahinter hervor, bevor er die Frage mit einer fiepsigen Stimme beantwortete: „Ich heiße Daisuki.“

„Wenigstens das wäre geklärt. Okay, ich bau für ihn ein Zimmer, aber er schläft bis dahin auf der Couch. Ich will auch noch ein wenig Zweisamkeit mit dir haben.“ Das war Xenios Ultimatum, wenn Cido den Jungen behalten wollte. Schließlich gehörte das Schlafzimmer nur ihnen. Nicht einmal Shubi durfte diese heiligen Hallen betreten. Daher auch nicht dieses Kind. Niemals.

Sie besaßen eine Zweisitzercouch. Groß genug für diesen etwa neun Jahre alten Jungen. Ihr Bett dagegen war zwar groß, aber für drei Personen definitiv zu klein. Außerdem sah es Xenio gar nicht ein, dass sich Daisuki zwischen sie drängte. Er hatte sich dieses Anrecht vor drei Jahren hart erkämpft. Doch jetzt konnte er sich nur geschlagen auf den Sessel neben der Couch fallen lassen.

Er strich sich durch die Haare und seufzte schwer, bevor er sich nach hinten lehnte und kurz die Augen schloss. Wie konnte seine perfekte Welt nur so schnell untergehen? Waren sie nicht versteckt genug gewesen? Hätten sie noch weiter wegziehen sollen? Aber gab es diesen Ort überhaupt? Xenio musste sich eingestehen, dass dies eine sinnlose Träumerei war.

Man fand sie überall. Es gab kein perfektes Versteck und drei Jahre waren eine gute Zeit, auch wenn sie ihm selbst zu kurz vorkam. Viel zu kurz. Kam sie je wieder zurück oder begrub er sie mit der Erlaubnis, dass der Junge hierblieb?

„Das glaube ich ja nicht. Mein unerschütterliche Xenio ist eifersüchtig auf ein Kind.“ Leise Schritte näherten sich Xenio und er öffnete die Augen. Cido stand vor ihm und küsste Xenios Stirn. Er setzte sich auf dessen Schoß und legte seine Arme um dessen Hals. Liebevoll schmiegte er sich näher an den Kämpfer, der ihn ebenfalls umarmte und näher an sich zog.

„Ich gebe halt nichts von meinem hart erkämpften Besitz so gerne her. Außerdem teile ich dich nicht so gerne. Du gehörst mir.“

Der geliebte Duft nach Vanille umnebelte ihn und er versiegelte die Lippen des Engels mit seinen eigenen. Seine Zunge bat um Einlass, den ihn Cido, ohne zu zögern, gewährte. Der leichte Geschmack nach Himbeere umspielte seine Sinne und machte ihn trunken. Im Kuss drängte er sich näher an Cido und zog ihn fester in seine Umarmung. Dieser durfte nicht verschwinden.

Er trieb seinen Geliebten immer weiter und umschlang dessen Zunge leidenschaftlicher. Seine Finger stahlen sich unter das Oberteil und dann brach der Kuss ab. Ein neues Gewicht kam hinzu. Xenio erkannte Daisuki, wie er auf den Schoß von Cido kletterte und sie mit großen Augen ansah.

„Siehste? Es fängt schon an.“ Resignierend warf Xenio seine Arme in die Luft. Der kurze Kuss löschte nicht die Enttäuschung in seinem Herzen aus, die mit Cidos Aufstehen in ihm erwachte.

„Unsinn.“ Ein letztes Wort bevor Cido Daisuki auf den Arm nahm und mit ihm zusammen das Haus verließ. Das sah Xenio anders und der kalte Schmerz, der sich quälend langsam in seinem Inneren ausbreitete, bestätigte sein Denken. Dieser Junge brachte nur Schwierigkeiten in ihr Haus und zerstörte den Frieden, den sie sich hart erkämpften in wenigen Minuten. Wie konnte Xenio all das so schnell verlieren?

Ohne eine Lösung zu finden, sank er tiefer in den Sessel. Wo war sein altes Leben hin? Er sehnte sich nach der Wärme des Engels. Selbst Shubi unterbrach sie nie in ihrer Intimität, aber der Junge besaß gar kein Taktgefühl. Alles, was er sich erkämpfte, lag in Trümmern vor ihm.

„Hallo Cido altes Haus! Wie geht’s? Wie steht’s? Was trägst du denn mit dir herum? Irgendwie steht dir der Knirps ja! Jetzt seid ihr ja ne richtige kleine Familie.“ Shubis freche Stimme zerschlug auch noch den letzten Funken Hoffnung auf eine Rückkehr in das alte Leben und Xenio erhob sich schwerfällig. Seine Glieder waren so steif, als wäre er in den letzten Minuten um Jahre gealtert.

Dennoch zwang er sich, weiterzugehen und das gröbste Chaos zu verhindern, indem er den Traum seines Engels ein wenig einschränkte. Denn er liebte dieses Leben und er würde es auch weiterhin verteidigen. Wenn es sein musste sogar gegen ein Kind.

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