Ihr entkommt mir nicht

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Summary

Domination of Fantasy ist ein MMORPG, das dank einer neuen Steuerungstechnik den Spieler ermöglicht seine Figur nur mit den Gedanken durch die unterjochte Welt zu bewegen. So rutschen die Spieler immer mehr in ihren Charakter und beginnen sich gänzlich mit ihm zu identifizieren. Kathi ist die Spielerin der erfolgreichen Diebin Ami. Gemeinsam mit ihren Freunden Antje und Marcel stiehlt sie die berüchtigte Luminea: Eine giftige Pflanze aus dem Garten der Göttin Herja. Doch diese Quest löst eine Entwicklung im Spiel aus, die ihre Verbindung noch weiter stärkt, um ihre Leben unzertrennbar miteinander zu verweben. Kann Kathi die Quest erfolgreich beenden oder wird Herja sie vorher vernichten?

Status
Complete
Chapters
66
Rating
n/a
Age Rating
13+
This is a sample

Kapitel 1 – In den Schatten von Herja

„Es gibt ein kleines Zeitfenster, in dem man in das Gewächshaus eindringen kann, Ami.“ Lautlos landete die groß gewachsene Dunkelelfe hinter mir. Ihre dunkle Haut verschmolz mit der Nacht um uns herum. Die roten Augen sahen mich durchdringend an, bevor sie sich zu mir herunter kniete.

„Wie oft wiederholt es sich, Sha?“ Der Naturelf neben mir spielte nervös mit dem Dolch in seiner Hand, rückte sogar den Bogen um seinen Oberkörper noch einmal zurecht. An seiner Seite war ein kleiner, roter Feendrache, der uns aufmerksam musterte.

„Alle zehn Minuten. Ist aber auch nur eine halbe Minute da. Für uns ist das Fenster auch zu klein, Valos.“ Sha sah mich durchdringend an und ein Schauer glitt über meinen Rücken. Als ich zwischen meinen zwei Begleitern hin und her sah.

„Nur ein Kobold wie Ami einer ist, kann dort eindringen. Kein Wunder, dass ein Team zu bilden Voraussetzung für diese Quest war.“ Sie seufzte kurz und lächelte mich dann an. Ich sah hinunter auf meine kleinen Hände und Füße. Sie waren dicker als die meiner beiden Begleiter, aber auch kürzer und kleiner. Konnte ich das?

Ich holte tief Luft, ballte meine Hände zu Fäusten und nickte ihnen dann entschlossen zu. „Keine Sorge. Verlasst euch auf mich. Ich werde die Kräuter der Königin stehlen und dann sind wir eine der ersten zehn Gruppen, die diese Aufgabe schaffen.“

„Nimm Thar mit. Er kann dir bestimmt helfen.“ Valos gab dem kleinen Drachen ein Zeichen und sofort tapste er zu mir herüber und sah mich mit seinen großen, grünen Augen an. Ein leises Fiepen erklang und er schmiegte sich an mein Knie.

„Okay, wann ist das nächste Zeitfenster?“ Die Nervosität begann meinen Magen zu verknoten und ich schluckte kurz trocken, um das pelzige Gefühl auf meiner Zunge zu verlieren. Es klappte nicht und meine Hände begannen feucht zu werden. Ob ich damit überhaupt meinen Dolch halten konnte?

„In ungefähr fünf Minuten. Bist du bereit Ami?“ Sha sah mich besorgt an und legte einen Finger auf meine Hand. Die Kälte verschwand und wich einer angenehmen Wärme, die auch die Nervosität von mir nahm.

„Ja, ich schaff das schon. Verlasst euch auf mich.“ Mit diesen Worten zog ich die Kapuze meines dunklen Umhangs über meinen Kopf. Ich sah um den großen Stein, der unser Versteck war, herum auf das gewaltige Schloss, das sich in den Nachthimmel erhob.

Lauter Magieflammen erleuchteten den Hof und die Burgzinnen, während mehrere Zweiergruppen von Nephilim überall patrouillierten. Doch bevor ich mich in der schieren Masse an Verteidigung verlieren konnte, riss mich der ausgestreckte Arm von Sha wieder in das Hier und Jetzt zurück.

„Siehst du? Dort hinten? In dieser kleinen Ecke entsteht bald ein toter Winkel, weil sowohl oben als auch unten keiner darauf Einsicht hat. Dort ist ein Abwasserrohr. Du solltest mit deinem Schattenschritt durch die Gitter schlüpfen können.“ Ihr Blick fiel auf Thar. „Der Kleine kann hoffentlich schon teleportieren?“

„Ja, seit zwei Level.“ Valos strahlte über das ganze Gesicht. Seine gebräunte Haut war bei weitem nicht so dunkel wie die von Sha, doch an vereinzelten Stellen schwarz tätowiert. Muster, die für sein Volk eine Bedeutung hatten, mir aber gänzlich willkürlich erschienen.

„Das ist gut, sonst hätte der Kleine gleich hier bleiben können. Halte dich bereit, Ami.“ Ich duckte mich und aktivierte meine Verstohlenheit, sodass ich für die anderen unsichtbar wurde.

„Immer wieder gruselig, wie sie verschwindet“, flüsterte Valos und Sha nickte neben ihm. Ich grinste breit und folgte dann noch einmal den Fingerzeig von der Dunkelelfe. „Dort hinten. Du musst dich beeilen, Ami.“

Ich nickte und schlich dann los. Nur noch fünf Minuten. Ein Fuß vor den anderen. Thar war neben mir und im nächsten Moment griff ich nach dem kleinen Tier. Er war noch jung und somit konnte ich ihn ohne Probleme an meine Brust drücken. Sofort ging meine Verstohlenheit auf ihn über und er verschwand mit mir zusammen in den Schatten.

Wenn er ausgewachsen war, dann konnte ich auf ihn reiten, doch jetzt war er noch ein Welpe. Klein und unbeholfen. Ob er mir wirklich eine Hilfe war? Mich beschlichen Zweifel, doch ich schüttelte sie mit einer kräftigen Kopfbewegung ab. Unwichtig. Es galt das Zeitfenster zu erwischen.

Ich atmete noch einmal tief durch, um mein schneller schlagendes Herz zu beruhigen. Dort waren die gewaltigen Nephilim mit ihren breiten Schultern und der schimmernden Haut. Elfen bewachten die Zinnen. Sie blieben immer mal wieder stehen und richteten ihren Blick in die Ferne. Zu weit, um mich zu entdecken.

„Okay, Thar. Sobald die Gruppe abgebogen ist, laufe ich los. Du musst dich dann kurz vor dem Gitter hindurch teleportieren. Ich kann dich bei meinem Schattenschritt nicht mitnehmen“, flüsterte ich den kleinen Drachen ins Ohr. Seine hornähnlichen Verlängerungen im Gesicht zuckten freudig unter einem leisen Fiepen.

„Okay, Ami, du schaffst das. Niemand ist besser als du. Du packst das. Darauf hast du dich wochenlang mit den anderen vorbereitet. Es wird gehen“, sprach ich mir selbst leise Mut zu und Thar zitterte kurz in meinen Armen. Erneut ein leises Fiepen, doch dann kam das Zeitfenster immer näher und ich sprintete los. „Jetzt!“

Der kleine Feendrache verkrampfte sich in meinen Armen. Die Nephilim verschwanden und auch die Elfen drehten der Außenwelt den Rücken zu. Ich hielt den Atem an. Nur noch drei Schritte. Mein Griff verfestigte sich. Ein Zeichen für Thar, denn schon aktivierte ich meinen Schattenschritt.

Ich tauchte in die Dunkelheit ein. Eine Leichtigkeit befiel meinen Körper und ließ mich lächeln. Dort waren die Stäbe, doch ich glitt durch sie hindurch, als existierten sie nicht. Nur zwei Schritte und dann kam die Schwere zurück. Mit ihr die Substanz meines Körpers und Thar tauchte neben mir aus dem Nichts auf.

Mit einem Platschen trat ich in das Rinnsal von Wasser und rümpfte die Nase. Was tat man nicht alles für einen Spielerfolg? Hier stank es widerlich. Königlicher Mist ist halt doch auch nur widerlich.

„Okay, wenn ich mich richtig erinnere, dann müssen wir dort lang.“ Ich hielt meine Stimme gesenkt und trat aus dem Wasser, um nicht noch weiteren Lärm zu machen. Mein Blick glitt zurück durch das Gitter, bevor ich noch drei weitere Schritte Abstand machte. Die nächste Gruppe ging daran vorbei. Kein Wort drang zu mir durch, nur das leise Stampfen ihrer schweren Schritte, zusammen mit dem Rasseln ihrer Rüstungen.

„Ob sie wohl freiwillig hier sind oder gehören sie zu Herjas Sklaven?“ Thar sah mich nur mit großen Augen an, als verstand er nicht, wovon ich sprach. Ich lachte kurz auf und winkte dann ab, um schon weiter durch die Kanalisation zu gehen. Thar flog neben mir her. Seine durchsichtigen Flügel schimmerten leicht und schlugen ruhig, um ihn in der Luft zu halten.

Immer wieder drangen Geräuschfetzen aus den Bereichen über uns, doch ich blieb nicht stehen. Hier unten waren wir sicher und der Gestank nahm auch mit jedem Atemzug mehr ab bis ich ihn gar nicht mehr wahrnahm. Ich brauchte danach bestimmt ein Bad, sonst bekam ich Ärger mit Sha.

Ich lächelte bei dem Gedanken an sie, doch stoppte nicht. Jede Ecke und Kreuzung wurde vorsichtig in Verstohlenheit ausgespäht. Thar blieb ruhig hinter mir, doch niemand begegnete uns. Hier unten wollte niemand sein und ich verstand es auch, doch es war die einzige Möglichkeit laut unserem Informanten in den geheimen Garten von Herja zu gelangen.

„Die nächste Leiter müssen wir dann hoch. Dort sollten wir direkt im Garten herauskommen.“ Erneut nur große Augen von Thar und ich schüttelte darüber den Kopf. Valos hatte ihn noch nicht lange. Erst vor kurzem war er ihm aus einem Ei geschlüpft. Nur deswegen war er kleiner als ich, wenn er ausgewachsen war, konnte ich auf ihn reiten.

Ich rannte weiter und dann erhob sie sich schon vor mir. So groß und riesig, dass ich sofort nach meinen Enterhaken griff, der immer an meinem Gürtel befestigt war. Ein Kobold kam sonst nirgends hin. Nicht in der Welt der Großen.

Mit gekonnten Drehungen warf ich ihn zur ersten Leitersprosse und zog mich an dem Seil nach oben. Thar blieb immer auf meiner Höhe. Ich kletterte weiter und weiter. Sah nicht zurück. Jede Sprosse war anstrengender als die davor, doch ich stoppte nicht. Dort oben wartete die giftigste Blume unseres Kontinents auf mich. Die Händler zahlten ein Vermögen für sie und erst die Assassinen und Auftragsmörder. Jeder wollte ein Stück davon haben.

Thar fiepte kurz hinter mir und ich sah ihn irritiert an, als ich schon auf der letzten Sprosse angekommen war. Der Schweiß lief mir den Rücken herunter und klebte meine Lederrüstung an meine Haut. Selbst meine Haare hafteten mir nass im Gesicht, doch ich strich die verirrten braunen Strähnen wieder hinter mein Ohr. Bald musste ich mir meinen Pigtails wieder neu binden, doch wichtiger war es, jetzt durch dieses Gitter zu kommen.

Mit einem leisen Klirren fand der Enterhaken Halt und ich atmete tief durch, bevor ich mich erneut hochzog. Kurz vor den engen Stäben aktivierte ich erneut meinen Schattenschritt und schlüpfte hindurch. Thar tauchte nur einen Herzschlag später neben mir auf. Ich lächelte den kleinen Drachen an, doch bevor ich etwas sagen konnte, war dort der aromatische Geruch von Kräutern.

Um mich herum erhob sich ein riesiger Dschungel mit allen möglichen Pflanzen und in mir erwachte das Gefühl, dass ich nur noch eine Ameise war. Unbedeutend und klein. Zweiteres war ich wirklich, doch Ersteres stand nicht auf meiner Liste.

„Okay, Thar. Die Pflanze sieht so aus.“ Ich rief die Questbeschreibung durch meinen Armreif als Hologramm auf und zeigte dem kleinen Drachen ein Bild des Krauts. „Wir müssen sie finden und zwar in der nächsten halben Stunde. Da beginnt der nächste Kontrollgang des Gärtners.“

Er nickte mir zu und flog dann davon. Ich selbst machte mich ebenfalls auf den Weg und sah mich um. So viele Pflanzen, doch keine entsprach dem Bild: Ein kleines, unscheinbares Kraut mit fransigen Blättern und einer blauen Blüte mit roten Streifen.

Nach ein paar Abzweigungen kam ich an einem Hochbeet an. Das Bild auf dem Holz glich dem des Krautes, das ich suchte. Es zierte neben vier weiteren Abbildungen die Wand des Holzkastens und so griff ich erneut nach meinem Enterhaken.

Ich schwang ihn. Die Erde unter meinen Füßen begann zu zittern und schon war dort wieder das Rasseln der Rüstungen. Shit!

Sofort packte ich den Enterhaken wieder an meinen Gürtel und huschte dann hinter das Bein des Hochbeetes. Sie kamen näher. Die Erde bebte regelrecht und die besinnliche Stille war nur noch von dem metallischem Scharben erfüllt. Ich zwang mich, tief und ruhig zu atmen, obwohl mein Herz so schnell schlug und meine Hände leicht zitterten. Meine Nackenhaare stellten sich unter einem Schauer auf und ich presste mich stärker an das Holz in meinem Rücken.

Sie durften mich nicht finden!

Dort lag dieser salzig-süßliche Geruch in der Luft und ich wusste Bescheid: Sie waren versklavt und standen unter Herjas Bann. Kurz erwachte Mitleid in meinem Herzen, doch dann kam mir meine Aufgabe wieder in den Sinn.

Ihre Schatten verschwanden und ich huschte aus meinem Versteck. Meine Finger fanden das Seil des Enterhakens sofort und nach ein paar Umdrehungen warf ich es nach oben.

Zu kurz. Er kam mir wieder entgegen und ein leiser Fluch entwich mir. Das Zittern des Bodens wurde schwächer. Ein Fakt, der mich weiter entspannen ließ.

Thar kam mit einem Fiepen zu mir und ich lächelte ihn an. „Hey, Thar. Schau mal nach, ob da oben wirklich die Pflanze ist. Ich komme gleich nach.“ Erneut ein leises Fiepen und er folgte meiner Anweisung. Ich selbst umschloss das Seil fester und atmete noch einmal tief durch. Drei Umdrehungen und dann mehr Kraft in den Wurf. Der Haken flog höher und höher. Mit einem leisen Aufprall hakte er sich in den Rand des Beetes fest. Drei kräftige Züge an dem Seil und ich begann den Aufstieg.

Meine Lederfingerlinge verhinderten, dass sich das raue Material in meine Hand schnitt. Ich sah nicht zurück, denn dann kam es für mich kein Weiterkommen mehr. Nach oben. Nur nach oben sehen. Nicht die Entfernung erkennen, die ich schon zurückgelegt hatte. Dieses Problem war dann beim Rückweg da. Nicht jetzt.

Endlich war ich beim Holz angekommen, doch dann war dort wieder das Geräusch der sich nähernden Wachen. Thar fiepte und sah besorgt über den Rand zu mir hinunter, als ich kurz stockte, bevor ich dann mit einem tiefen Knurren schneller kletterte. „Ich weiß. Ich beeile mich schon.“

Sofort schnappte er nach dem Seil und begann es nun seinerseits nach oben zu ziehen. Ich war zwar sehr klein, doch die Wachen sahen mich, wenn sie an dem Hochbeet vorbeikamen, und dann machte man aus mir einen Geschichtenerzähler und mein Charakter war vorerst verloren. Solange bis mich Valos und Sha befreiten.

Die feuchte Erde empfing mich als mich Thar mit einem letzten, kräftigen Ruck über den Rand zog und ich dann erst einmal schwer atmend liegen blieb. Ein leichter honigsüßer Geruch legte sich über mich und flüsterte mir süße Träume ins Ohr. Erneut fiepte Thar leise neben mir, doch meine Glieder begannen schwerer zu werden.

Schlaf ein, mein Kind. Träum süß. Schlaf tief und fest.

Ein kurzer, scharfer Schmerz riss mich aus der Dunkelheit zurück und ich blickte auf den kleinen Drachen, der an meinem Arm hing. Erneut musste ich lächeln und strich ihm über seinen schuppigen Kopf. „Danke, Thar. Los, lass uns das Kraut holen und dann nichts wie zurück zu Valos und Sha.“

Er stimmte mir mit einem Fiepen zu und ich trat auf die Pflanze zu. Ihre Blätter waren größer als ich selbst und auch die kelchförmige Blüte könnte ich als Gleiter benutzen. Noch einmal rief ich das Questmenü auf und überflog, welchen Teil wir brauchten. Entweder die Blätter, aber am meisten Gift trug die Blüte in sich. Konnte ich sie wirklich?

Ich tastete mit meinen Fingern nach meinen Dolchen, die in ihren Scheiden an meinem Gürtel hingen. Wenn ich jetzt die Blüte abschnitt, dann fiel es der nächsten Patrouille sofort auf. Spätestens der Gärtner erkannte es und ob ich dann schon schnell genug draußen war, bezweifelte ich.

Alles in mir schrie danach die Blüte zu holen. Das hatte vorher niemand geschafft. Jeder Kobold oder Fee kam nur mit einem Stück Blatt zurück, aber eine ganze Blüte? Noch nie. Ich könnte die Erste seien. Die erste Koboldin, die eine Blüte aus diesem Wintergarten stahl.

Ich begegnete dem Blick von Thar und sein kleiner Körper zitterte kurz, bevor er erneut fiepte. „Ich weiß. Es ist riskant, aber der Ruhm wäre grenzenlos. Wir müssen es probieren. Komm schon. Wir warten kurz, bis die nächste Patrouille durch ist, und dann schneide ich sie ab. Wir verschwinden sofort durch den nächsten Abfluss.“

Das skeptische Flackern in seinen Augen blieb, doch ignorierte es. Dort war wieder das Rasseln. Wir versteckten uns unter einem Blütenblatt. Der süßliche Duft lullte mich ein, doch nach einem Kopfstoß von Thar war ich wieder hellwach. Ich durchschnitt den Stiel so hoch es ging, und dann fiel die Blüte wie ein gewaltiger Baum. Sie war schwer, doch mit Thars Hilfe konnte ich sie zum Rand tragen.

So hoch. Der Boden war so weit weg. Mir wurde schwindelig bei dem Anblick, doch ich schluckte erneut trocken. Ein kurzer Anlauf. Thar funktionierte perfekt und ich sprang mit ihm zusammen über den Abgrund. Der Kelch der Blüte fing die Luft ein und bremste meinen Fall. Ich segelte. Thar flog hinter mir.

Dort war das Gitter. Nur einen Schritt der Großen entfernt. Nicht mehr weit. Leicht nach links lehnen und ich flog eine Kurve. Nur noch kurz. Bald war ich da. Das Klimpern von Schlüssel drang zu mir durch. Der drückende Geruch von nasser Erde und Schweiß erfüllte den Raum. Zusammen mit den schweren Schritten.

War die halbe Stunde schon vorbei? Nein! Das kann nicht sein!

Mein Blick wanderte auf den Countdown, den wir uns ganz zu Beginn gestellt hatten, als wir das letzte Mal Licht durch den Wintergarten huschen sahen. Der Abfluss war da. Nur noch ein halber Meter. Meine Konzentration lag auf meinem Schattenschritt.

Ein Zittern ging durch die Blüte, doch dann legte sich ein Schatten über uns und mein Herz setzte aus. „Na? Was haben wir denn da? Einen diebischen Kobold? Na, der wird Herja bestimmt gefallen.“

Diese gewaltige Hand, die sich nach mir ausstreckte und obwohl ich mich verzweifelt in die entgegengesetzte Richtung lehnte, kam sie näher. Sie stoppte nicht. Ihre Wärme streifte mein ganzes Sein und dann raubte sie mir mein Licht und riss mich in eine unendliche Dunkelheit.

Sie haben Ihren Charakter an Herja verloren. Wollen Sie um Rettung bitten?

Ja? Nein?


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